Komitee gegen Folter in Nischni Nowgorod (Russland)

Im Jahre 2000 wurde die wohl wichtigste Anti-Folter-Organisation in der Russischen Föderation gegründet. Sie unterstützt Folteropfer bei den Ermittlungsbehörden und vor Gericht, hilft ihnen, Schadensersatz zu erlangen und bemüht sich um ihre Rehabilitation.

Nach russischen Zeitungsberichten (Kommersant) hat das Komitee in den ersten 15 Jahren seines Bestehens in mehr als 100 Fällen Anklageerhebungen gegen Angehörige der Sicherheitskräfte initiiert, die dann aufgrund der Foltervorwürfe in Russland verurteilt wurden. Weiter hat das Komitee 75 Klagen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorbereitet und eingereicht.

Wir haben damit begonnen, einmal im Jahr vor allem jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Komitees, die noch ohne internationale Erfahrung sind, Gelegenheit zu geben, nach Berlin zu kommen, Haftanstalten und Gerichte zu besuchen, mit Richterinnen und Richtern zu reden, aber auch mit Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten und NGOs, die sich hier für die Wahrung der Rechte Inhaftierter einsetzen. Möchten ihnen die Möglichkeit geben, den Alltag eines Rechtsstaats kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu sammeln und selber über ihre Arbeit in Russland zu berichten, so dass wir besser begreifen, wie es dort tatsächlich zugeht, wie viel Courage es braucht, in der Russischen Föderation Menschenrechtsarbeit zu leisten. Und unsere Gäste erleben sich als Teil der internationalen Menschenrechtsbewegung.

Der Isolation unabhängiger Menschenrechtsarbeit in Russland entgegenwirken: Aktive des Komitees gegen Folter und der Stiftung Menschenrechte tauschen sich in Berlin aus.  

Aktion des Komitees gegen Folter  Copyright beider Bilder: www.pytkam.net